Warberg drei Tage im Ausnahmezustand
Das 178. Schützen- und Volksfest brachte unser Dorf in Bewegung: mit vollem Festzelt, großer Proklamation und einem neuen Königshaus um Majestät Fabian I. und seiner Königin Anke Beber.
Ein Schützenfest beginnt nicht erst, wenn die Musik spielt. Es beginnt früher: mit den ersten Absprachen, zahllosen Sitzungen und Telefonaten, mit aufgebauten Zelten, dem Girlandebinden, geschmückter Kutsche, mit der Frage, wer wann wo anpackt. Wenn es dann losgeht, ist vieles längst getan. Und doch zeigt sich erst im Laufe der drei Tage, ob aus Vorbereitung wirklich Fest wird.
Bei unserem 178. Schützen- und Volksfest war genau das zu erleben. Von Samstag bis Montag wurde Warberg wieder zu dem Ort, der es an solchen Wochenenden sein kann: ein Dorf, das zusammenkommt, marschiert, lacht, feiert, improvisiert und am Ende ein neues Königshaus trägt.
Grünholen, Kinderfest und ein Festzelt, das seinem Namen Ehre machte
Der Samstagmorgen führte eine Truppe unserer Männer traditionell in den Elm. Das Grünholen gehört zu den Momenten, die nach außen unscheinbar wirken mögen, im Inneren unseres Festes aber ihren festen Platz haben. Die Gruppe war etwas kleiner als im Vorjahr, doch das Birkengrün war in Rekordzeit geschlagen. Danach wartete mitten im Wald das traditionelle Frühstück aus Mett- und Käsebrötchen, das erneut von unsem Ehrenmitglied Klaus Hermann Kühne bereitgestellt wurde.
Mit dem Grün ging es anschließend zurück zum Schießstand. Dort wurde geschmückt, vorbereitet und weiter angepackt. Was nach außen vielleicht wie ein normaler Programmpunkt aussah, sollte für den Sonntag eine besondere Bedeutung bekommen. Denn der Schießstand war nicht nur Kulisse, sondern kurzfristig zur wichtigsten Ausweichlösung des Wochenendes geworden.
Eigentlich hatte unsere Majestät Mike I. sein Königsfrühstück im eigenen Garten vorbereitet. Zelte standen, Getränke waren besorgt, Tische und Stühle bereit. Alles war fertig. Dann kam die Wetterlage dazwischen. Der angekündigte Sturm und der starke Wind machten den Plan zu riskant. Auf Bitten des Königs standen bereits am Freitagabend zahlreiche Freunde und Vereinsmitglieder bereit, bauten ab, transportierten das gesamte Königsfrühstück, reinigten den Schießstand und richteten alles neu her. Am Samstag war bereits zu erahnen, wie richtig dieser Entschluss gewesen war. Am Sonntag sollte es dann keine Zweifel mehr geben.
Auf dem Festplatz an der Burg nahm das Wochenende unterdessen Fahrt auf. Am Mittag gehörte der Platz zunächst den Kindern. Vogelstechen, Lichtpunktschießen, Kinderschminken und weitere Spiele sorgten für Betrieb und viele fröhliche Gesichter. Ein kleiner Wermutstropfen blieb allerdings: Dass eine Nachbargemeinde ausgerechnet zeitgleich ein eigenes Kinderfest ansetzte, war zumindest kein Meisterstück nachbarschaftlicher Rücksichtnahme.
Am Nachmittag trat der Verein dann zum ersten Mal in der Ortsmitte an. Begleitet vom Spielmannszug Druxberge holten wir unseren König Mike I. und seine Königin Cathrin mit den Prinzen Moritz und Jannik ab. Von dort ging es gemeinsam zum Festzelt, wo der festliche Kommers den offiziellen Rahmen des Abends bildete.
Der Festakt brachte zahlreiche Ehrungen für besondere Verdienste und langjährige Mitgliedschaften. So erhielt u.A. Majestät Mike I. seinen Königsorden und die Trägerin der Damenkette Angelika Biering das entsprechende Pendant. Einen besonders bewegenden Moment erlebte Hans-Jürgen Mellin. Unser Warberger Urgestein und ehemaliges Vorstandsmitglied wurde im Rahmen des Programms „Ehrenamt überrascht“ ausgezeichnet und mit zahlreichen Ehrungen und Preisen bedacht. Darüber hinaus gab es bewegende Abschiedsworte der Vorsitzenden aller Warberger Vereine für unseren scheidenden Bürgermeister Klaus Dieter Blohm, der der Gemeinde Warberg in seinem Amt jahrzehntelang mit viel Leidenschaft, Einsatz und Energie gedient hatte. Es sind Augenblicke wie diese beiden, in denen sichtbar wird, was ein Verein und eine ganze Gemeinde Menschen verdankt, die über viele Jahre mehr tun, als man verlangen kann.
Zwischen den Programmpunkten setzte der Spielmannszug Druxberge immer wieder starke musikalische Akzente. So bekam der Kommers nicht nur seinen würdigen Rahmen, sondern auch jene Lebendigkeit, die einen offiziellen Abend trägt, ohne ihn schwer werden zu lassen.
Eine lange Partynacht und ein Königsfrühstück mit richtiger Entscheidung
Nach dem Kommers wechselte das Fest in eine schnellere Gangart. Die große Zeltparty war gut besucht und entwickelte schnell Tempo und Partystimmung. DJ Würfel, bekannt von unseren Freunden des Schützenvereins Söllingen, traf den Ton des Abends hervorragend. Die Tanzfläche füllte sich schnell, die Party wurde ausgelassen, das Zelt lebte und bebte.
Einen besonderen Anteil daran hatte später am Abend noch unsere Wache. Ihr traditioneller Auftritt brachte die Party endgültig in Bewegung. In mehreren Wettkämpfen trat der König gegen die Wache an, um sein von dieser entwendetes Gartentor zurückzuerobern. So maß er sich u.A. im Schubkarrenrennen, einem Tanzbattle und Klamottensammeln auf dem Zelt mit seinen Beschützern. Das ist traditionell keine hochfeine Etikette, sondern genau die Sorte Schützenfesthumor, die ein Zelt braucht: direkt, laut, mit Augenzwinkern und begleitet von viel Gelächter. So verging der Samstagabend rauschend und, wie solche Nächte es an sich haben, viel zu schnell.
Am Sonntagmorgen zeigte sich dann, warum die spontane Verlegung des Königsfrühstücks die richtige Entscheidung gewesen war. Draußen blieb das Wetter wechselhaft, stürmisch und regnerisch. Im Schießstand aber konnte das Frühstück geschützt, gut vorbereitet und in bester Stimmung stattfinden. Was am Freitag noch nach Notlösung aussah, wurde zu einem starken Start in den zweiten Festtag.
Danach wartete auf Mike I. und Königin Cathrin der letzte große Höhepunkt ihres Königsjahres: der Festumzug in der Kutsche. Dank der Beteiligung vieler befreundeter auswärtiger Vereine und der örtlichen Warberger Vereine marschierte ein langer und beeindruckender Umzug durch das Dorf. Für uns ist dieser Zug mehr als ein Programmpunkt. Er zeigt, wie weit die Freundschaften unseres Vereins reichen und wie fest das Schützenfest bis heute in Warberg verankert ist.
Der erneut plötzlich einsetzende Regen verhinderte zwar die traditionelle Begrüßung der Vereine und Ehrengäste auf dem schönen Burghof der Burg Warberg. Doch auch dieser Planwechsel konnte die Stimmung nicht brechen. Im Festzelt spielten der Spielmannszug Druxberge, der Spielmannszug Königslutter und die Blaskapelle Warberg auf. Gerade nach dem nassen Umzug bekam dieses Konzert eine besondere Kraft: draußen das unruhige Wetter, drinnen Musik, hervorragende Stimmung und ein Zelt, das sich diesen Festtag nicht vom Regen nehmen lassen wollte.
Die Proklamation und der Beginn eines neuen Königsjahres
Um 17:30 Uhr kam der Moment, auf den das Zelt wartete. Die Proklamation und die Verleihung der Pokale standen an. Zunächst zeigte sich, dass die Reform des früheren Warberg Cups zum Preisschießen „Großer Preis von Warberg“ die richtige Entscheidung war. Die Teilnehmerzahl stieg deutlich, das neue Format wurde angenommen. Ein besonderer Dank gilt den Spendern der hochwertigen Preise: der Burg Warberg, dem Spezi Metzger Wolsdorf, dem Hof Weigel-Grabenhorst, dem Freibad Räbke und dem Restaurant Carpe Diem in Räbke.
Nach den Pokalen der Schießsportwoche folgten die drei Entscheidungen, die im Festzelt jedes Jahr eine besondere Spannung erzeugen: Wer gewinnt die Jugendkette, die Damenkette und wer wird neuer Schützenkönig?
Zunächst ging die Jugendkette an unseren Leistungsschützen Bennett Warnstädt. Die Damenkette gewann Sigrid Mellin, begleitet von großem Jubel, viel Applaus und sichtbaren Freudentränen nicht nur bei der Siegerin, sondern auch bei zahlreichen Besuchern. Es war einer dieser Momente, in denen die Bedeutung des Titels der Damenbesten nicht erklärt werden muss. Man sah sie einfach in den Augen der vielen Gratulanten.
Dann wurde es nochmal stiller. Der große Moment kam. Unser 1. Vorsitzender Ulf Gronde nutzte seine bekannte dramatische Pause, ließ die Spannung noch einmal wachsen und rief schließlich Schießsportleiter Fabian Beber zum neuen Schützenkönig Fabian I. aus. Was folgte, war frenetischer und minutenlanger Jubel im ganzen Festzelt.
Public Viewing und nächtliche Besuche
Nach den zahllosen Gratulationen an Sigrid, Fabian und seine Königin Anke blieb das Zelt gut gefüllt, denn auf der eigens aufgebauten großen Leinwand lief das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM gegen Curaçao. Der klare und dominante 7:1-Sieg passte zur Stimmung des Tages. Anschließend ging der Sonntag in eine kleinere, aber nicht weniger schöne Zeltparty über.
Und wie es bei Schützenfesten manchmal ist, enden manche Geschichten nicht mit dem offiziellen Zeltschluss. Gerüchten zufolge machten sich die verbliebenen Wachsoldaten noch auf eine Tour, die sie nach einem ausgedehnten Stopp bei der erneut enorm gastfreundlichen Familie Mandel bis spät in die Nacht zum neuen König führte. Dort wurde offenbar sorgfältig geprüft, ob Fabian I. bereits auf eine seinem Amt angemessene Menge Bier und eine äußerst überschaubare Stundenzahl Schlaf vorbereitet war.
Der letzte Tag und ein fantastisches Frühstück
Am Montagmorgen begann dann das Königsjahr der neuen Majestät. Fabian I. wurde von zu Hause abgeholt und im Umzug zum Festzelt begleitet. Dort wartete das traditionelle Montagsfrühstück, musikalisch begleitet von der Blaskapelle Warberg und von DJ Kai, der diesen Morgen inzwischen seit vielen Jahren prägt. Der Montag hat beim Schützenfest seinen eigenen Ton: weniger formell, herzlich, und trotz zweier verlebter Festtage immer noch voller Energie.
Ein letzter großer Höhepunkt war der mittägliche Auftritt unserer Damen und des Fußvolks, der diesmal ganz unter dem Motto „Wilder Westen“ stand. Mit Witz, einer ausgezeichneten Choreografie und sichtbarer Lust am Auftritt trieben die Damen die Stimmung noch einmal ganz nach oben. Danach wurde weiter gefeiert, gelacht und getanzt, bis sich nach Zeltschluss die verbliebenen Festharten erneut auf den Weg zu Fabian I. machten. Diesmal zeigte sich sogar das Wetter versöhnlich. Bei hervorragenden Bedingungen klang das Fest dort aus, wo ein neues Königsjahr gerade erst begonnen hatte.
So bleibt vom 178. Schützen- und Volksfest mehr als eine Abfolge von Programmpunkten. Es bleibt die Erinnerung an ein Wochenende, das Tradition nicht nur gezeigt, sondern gelebt hat. An Männer im Elm, an Kinder auf dem Festplatz, an Musik im Zelt, an Regen beim Umzug, an Freudentränen bei der Damenkette, an Jubel bei der Proklamation und an viele Hände, die zur richtigen Zeit einfach angepackt haben.
Unser Dank gilt allen, die dieses Fest getragen haben: den Gästen, den befreundeten Vereinen, den Spendern, den Festwirten, den Musikern und Musikern, den Helferinnen und Helfern, den Organisatoren und allen, die im Hintergrund dafür gesorgt haben, dass aus drei Tagen Schützenfest wieder ein Stück Warberger Vereinsgeschichte wurde.
Warberg drei Tage im Ausnahmezustand
Das 178. Schützen- und Volksfest brachte unser Dorf in Bewegung: mit vollem Festzelt, großer Proklamation und einem neuen Königshaus um Majestät Fabian I. und seiner Königin Anke Beber.
Ein Schützenfest beginnt nicht erst, wenn die Musik spielt. Es beginnt früher: mit den ersten Absprachen, zahllosen Sitzungen und Telefonaten, mit aufgebauten Zelten, dem Girlandebinden, geschmückter Kutsche, mit der Frage, wer wann wo anpackt. Wenn es dann losgeht, ist vieles längst getan. Und doch zeigt sich erst im Laufe der drei Tage, ob aus Vorbereitung wirklich Fest wird.
Bei unserem 178. Schützen- und Volksfest war genau das zu erleben. Von Samstag bis Montag wurde Warberg wieder zu dem Ort, der es an solchen Wochenenden sein kann: ein Dorf, das zusammenkommt, marschiert, lacht, feiert, improvisiert und am Ende ein neues Königshaus trägt.

Grünholen, Kinderfest und ein Festzelt, das seinem Namen Ehre machte
Der Samstagmorgen führte eine Truppe unserer Männer traditionell in den Elm. Das Grünholen gehört zu den Momenten, die nach außen unscheinbar wirken mögen, im Inneren unseres Festes aber ihren festen Platz haben. Die Gruppe war etwas kleiner als im Vorjahr, doch das Birkengrün war in Rekordzeit geschlagen. Danach wartete mitten im Wald das traditionelle Frühstück aus Mett- und Käsebrötchen, das erneut von unsem Ehrenmitglied Klaus Hermann Kühne bereitgestellt wurde.
Mit dem Grün ging es anschließend zurück zum Schießstand. Dort wurde geschmückt, vorbereitet und weiter angepackt. Was nach außen vielleicht wie ein normaler Programmpunkt aussah, sollte für den Sonntag eine besondere Bedeutung bekommen. Denn der Schießstand war nicht nur Kulisse, sondern kurzfristig zur wichtigsten Ausweichlösung des Wochenendes geworden.
Eigentlich hatte unsere Majestät Mike I. sein Königsfrühstück im eigenen Garten vorbereitet. Zelte standen, Getränke waren besorgt, Tische und Stühle bereit. Alles war fertig. Dann kam die Wetterlage dazwischen. Der angekündigte Sturm und der starke Wind machten den Plan zu riskant. Auf Bitten des Königs standen bereits am Freitagabend zahlreiche Freunde und Vereinsmitglieder bereit, bauten ab, transportierten das gesamte Königsfrühstück, reinigten den Schießstand und richteten alles neu her. Am Samstag war bereits zu erahnen, wie richtig dieser Entschluss gewesen war. Am Sonntag sollte es dann keine Zweifel mehr geben.
Auf dem Festplatz an der Burg nahm das Wochenende unterdessen Fahrt auf. Am Mittag gehörte der Platz zunächst den Kindern. Vogelstechen, Lichtpunktschießen, Kinderschminken und weitere Spiele sorgten für Betrieb und viele fröhliche Gesichter. Ein kleiner Wermutstropfen blieb allerdings: Dass eine Nachbargemeinde ausgerechnet zeitgleich ein eigenes Kinderfest ansetzte, war zumindest kein Meisterstück nachbarschaftlicher Rücksichtnahme.
Am Nachmittag trat der Verein dann zum ersten Mal in der Ortsmitte an. Begleitet vom Spielmannszug Druxberge holten wir unseren König Mike I. und seine Königin Cathrin mit den Prinzen Moritz und Jannik ab. Von dort ging es gemeinsam zum Festzelt, wo der festliche Kommers den offiziellen Rahmen des Abends bildete.
Der Festakt brachte zahlreiche Ehrungen für besondere Verdienste und langjährige Mitgliedschaften. So erhielt u.A. Majestät Mike I. seinen Königsorden und die Trägerin der Damenkette Angelika Biering das entsprechende Pendant. Einen besonders bewegenden Moment erlebte Hans-Jürgen Mellin. Unser Warberger Urgestein und ehemaliges Vorstandsmitglied wurde im Rahmen des Programms „Ehrenamt überrascht“ ausgezeichnet und mit zahlreichen Ehrungen und Preisen bedacht. Darüber hinaus gab es bewegende Abschiedsworte der Vorsitzenden aller Warberger Vereine für unseren scheidenden Bürgermeister Klaus Dieter Blohm, der der Gemeinde Warberg in seinem Amt jahrzehntelang mit viel Leidenschaft, Einsatz und Energie gedient hatte. Es sind Augenblicke wie diese beiden, in denen sichtbar wird, was ein Verein und eine ganze Gemeinde Menschen verdankt, die über viele Jahre mehr tun, als man verlangen kann.
Zwischen den Programmpunkten setzte der Spielmannszug Druxberge immer wieder starke musikalische Akzente. So bekam der Kommers nicht nur seinen würdigen Rahmen, sondern auch jene Lebendigkeit, die einen offiziellen Abend trägt, ohne ihn schwer werden zu lassen.
Eine lange Partynacht und ein Königsfrühstück mit richtiger Entscheidung
Nach dem Kommers wechselte das Fest in eine schnellere Gangart. Die große Zeltparty war gut besucht und entwickelte schnell Tempo und Partystimmung. DJ Würfel, bekannt von unseren Freunden des Schützenvereins Söllingen, traf den Ton des Abends hervorragend. Die Tanzfläche füllte sich schnell, die Party wurde ausgelassen, das Zelt lebte und bebte.
Einen besonderen Anteil daran hatte später am Abend noch unsere Wache. Ihr traditioneller Auftritt brachte die Party endgültig in Bewegung. In mehreren Wettkämpfen trat der König gegen die Wache an, um sein von dieser entwendetes Gartentor zurückzuerobern. So maß er sich u.A. im Schubkarrenrennen, einem Tanzbattle und Klamottensammeln auf dem Zelt mit seinen Beschützern. Das ist traditionell keine hochfeine Etikette, sondern genau die Sorte Schützenfesthumor, die ein Zelt braucht: direkt, laut, mit Augenzwinkern und begleitet von viel Gelächter. So verging der Samstagabend rauschend und, wie solche Nächte es an sich haben, viel zu schnell.
Am Sonntagmorgen zeigte sich dann, warum die spontane Verlegung des Königsfrühstücks die richtige Entscheidung gewesen war. Draußen blieb das Wetter wechselhaft, stürmisch und regnerisch. Im Schießstand aber konnte das Frühstück geschützt, gut vorbereitet und in bester Stimmung stattfinden. Was am Freitag noch nach Notlösung aussah, wurde zu einem starken Start in den zweiten Festtag.

Danach wartete auf Mike I. und Königin Cathrin der letzte große Höhepunkt ihres Königsjahres: der Festumzug in der Kutsche. Dank der Beteiligung vieler befreundeter auswärtiger Vereine und der örtlichen Warberger Vereine marschierte ein langer und beeindruckender Umzug durch das Dorf. Für uns ist dieser Zug mehr als ein Programmpunkt. Er zeigt, wie weit die Freundschaften unseres Vereins reichen und wie fest das Schützenfest bis heute in Warberg verankert ist.
Der erneut plötzlich einsetzende Regen verhinderte zwar die traditionelle Begrüßung der Vereine und Ehrengäste auf dem schönen Burghof der Burg Warberg. Doch auch dieser Planwechsel konnte die Stimmung nicht brechen. Im Festzelt spielten der Spielmannszug Druxberge, der Spielmannszug Königslutter und die Blaskapelle Warberg auf. Gerade nach dem nassen Umzug bekam dieses Konzert eine besondere Kraft: draußen das unruhige Wetter, drinnen Musik, hervorragende Stimmung und ein Zelt, das sich diesen Festtag nicht vom Regen nehmen lassen wollte.
Die Proklamation und der Beginn eines neuen Königsjahres
Um 17:30 Uhr kam der Moment, auf den das Zelt wartete. Die Proklamation und die Verleihung der Pokale standen an. Zunächst zeigte sich, dass die Reform des früheren Warberg Cups zum Preisschießen „Großer Preis von Warberg“ die richtige Entscheidung war. Die Teilnehmerzahl stieg deutlich, das neue Format wurde angenommen. Ein besonderer Dank gilt den Spendern der hochwertigen Preise: der Burg Warberg, dem Spezi Metzger Wolsdorf, dem Hof Weigel-Grabenhorst, dem Freibad Räbke und dem Restaurant Carpe Diem in Räbke.
Nach den Pokalen der Schießsportwoche folgten die drei Entscheidungen, die im Festzelt jedes Jahr eine besondere Spannung erzeugen: Wer gewinnt die Jugendkette, die Damenkette und wer wird neuer Schützenkönig?
Zunächst ging die Jugendkette an unseren Leistungsschützen Bennett Warnstädt. Die Damenkette gewann Sigrid Mellin, begleitet von großem Jubel, viel Applaus und sichtbaren Freudentränen nicht nur bei der Siegerin, sondern auch bei zahlreichen Besuchern. Es war einer dieser Momente, in denen die Bedeutung des Titels der Damenbesten nicht erklärt werden muss. Man sah sie einfach in den Augen der vielen Gratulanten.
Dann wurde es nochmal stiller. Der große Moment kam. Unser 1. Vorsitzender Ulf Gronde nutzte seine bekannte dramatische Pause, ließ die Spannung noch einmal wachsen und rief schließlich Schießsportleiter Fabian Beber zum neuen Schützenkönig Fabian I. aus. Was folgte, war frenetischer und minutenlanger Jubel im ganzen Festzelt.

Public Viewing und nächtliche Besuche
Nach den zahllosen Gratulationen an Sigrid, Fabian und seine Königin Anke blieb das Zelt gut gefüllt, denn auf der eigens aufgebauten großen Leinwand lief das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM gegen Curaçao. Der klare und dominante 7:1-Sieg passte zur Stimmung des Tages. Anschließend ging der Sonntag in eine kleinere, aber nicht weniger schöne Zeltparty über.
Und wie es bei Schützenfesten manchmal ist, enden manche Geschichten nicht mit dem offiziellen Zeltschluss. Gerüchten zufolge machten sich die verbliebenen Wachsoldaten noch auf eine Tour, die sie nach einem ausgedehnten Stopp bei der erneut enorm gastfreundlichen Familie Mandel bis spät in die Nacht zum neuen König führte. Dort wurde offenbar sorgfältig geprüft, ob Fabian I. bereits auf eine seinem Amt angemessene Menge Bier und eine äußerst überschaubare Stundenzahl Schlaf vorbereitet war.




Der letzte Tag und ein fantastisches Frühstück
Am Montagmorgen begann dann das Königsjahr der neuen Majestät. Fabian I. wurde von zu Hause abgeholt und im Umzug zum Festzelt begleitet. Dort wartete das traditionelle Montagsfrühstück, musikalisch begleitet von der Blaskapelle Warberg und von DJ Kai, der diesen Morgen inzwischen seit vielen Jahren prägt. Der Montag hat beim Schützenfest seinen eigenen Ton: weniger formell, herzlich, und trotz zweier verlebter Festtage immer noch voller Energie.
Ein letzter großer Höhepunkt war der mittägliche Auftritt unserer Damen und des Fußvolks, der diesmal ganz unter dem Motto „Wilder Westen“ stand. Mit Witz, einer ausgezeichneten Choreografie und sichtbarer Lust am Auftritt trieben die Damen die Stimmung noch einmal ganz nach oben. Danach wurde weiter gefeiert, gelacht und getanzt, bis sich nach Zeltschluss die verbliebenen Festharten erneut auf den Weg zu Fabian I. machten. Diesmal zeigte sich sogar das Wetter versöhnlich. Bei hervorragenden Bedingungen klang das Fest dort aus, wo ein neues Königsjahr gerade erst begonnen hatte.
So bleibt vom 178. Schützen- und Volksfest mehr als eine Abfolge von Programmpunkten. Es bleibt die Erinnerung an ein Wochenende, das Tradition nicht nur gezeigt, sondern gelebt hat. An Männer im Elm, an Kinder auf dem Festplatz, an Musik im Zelt, an Regen beim Umzug, an Freudentränen bei der Damenkette, an Jubel bei der Proklamation und an viele Hände, die zur richtigen Zeit einfach angepackt haben.
Unser Dank gilt allen, die dieses Fest getragen haben: den Gästen, den befreundeten Vereinen, den Spendern, den Festwirten, den Musikern und Musikern, den Helferinnen und Helfern, den Organisatoren und allen, die im Hintergrund dafür gesorgt haben, dass aus drei Tagen Schützenfest wieder ein Stück Warberger Vereinsgeschichte wurde.







