Vier Medaillen, ein Deutscher Meistertitel und zehn Warberger bei der DM
Es hätte das Bild des Turniers werden können: Tom Osterburg beißt triumphierend auf seine zwei Silbermedaillen, er ist frischgebackener, zweimaliger Deutscher Vizemeister. Es sollte anders kommen. Denn nur einen Tag später holt er nicht nur seine dritte Silbermedaille im dritten Wettkampf, sondern wird mit der Mannschaft der Braunschweiger SG auch noch sensationell Deutscher Meister – als erster Warberger seit Berit Füllner im Jahr 2000 und nach ihr und Ulf Gronde erst als dritter Warberger überhaupt.
Doch der Reihe nach.
Mit zehn qualifizierten Nachwuchsschützen machten wir uns in diesem Jahr auf den Weg zur Deutschen Meisterschaft nach München. Und die Hoffnungen waren durchaus vorhanden. Zahlreiche Landesmeistertitel, hervorragende Ergebnisse und neue Landesrekorde hatten in den Monaten zuvor gezeigt, welches Niveau unsere Jugendlichen mittlerweile erreicht haben.
Eine Deutsche Meisterschaft schreibt allerdings ihre eigenen Geschichten. Zwischen einem starken Ergebnis und einer Medaille liegen manchmal nur wenige Ringe. Und manchmal wird aus einer ohnehin schon erfolgreichen Woche plötzlich eine, die im Verein noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Solider Auftakt durch unsere Junioren
Den Anfang machten am ersten Wochenende die Junioren. Für Warberg gingen Moritz Barth in der 25-Meter-Schnellfeuerpistole, Leon Herlemann mit dem Luftgewehr sowie Cheyenne Engelken im KK-Liegendkampf und ebenfalls mit dem Luftgewehr an den Start.
Alle drei fanden trotz heftigem Regenwetter ordentlich in die Deutsche Meisterschaft.
Moritz Barth belegte mit der Schnellfeuerpistole einen starken 13. Platz, Leon Herlemann erreichte mit dem Luftgewehr Rang 34 und Cheyenne Engelken landete nach schwerem Kampf in strömendem Regen im KK liegend auf Platz 52.
Damit stand nach den ersten Wettkämpfen ein solider Auftakt zu Buche.
Und auch abseits der Schießstände kam der Spaß nicht zu kurz. Insbesondere Familie Barth war vollzählig mit nach München gereist und sorgte gemeinsam mit dem Warberger Tross dafür, dass zwischen Training, Wettkampf und Ergebnislisten auch genügend Zeit für einige sehr unterhaltsame Momente blieb.
Zwei Wettkämpfe, zwei Silbermedaillen
Am Donnerstag begann das zweite DM-Wochenende für Warberg mit einem Ergebnis, das bereits für sich genommen außergewöhnlich gewesen wäre.
Tom Osterburg trat im Luftpistole Mehrkampf an und schoss sich bis ganz nach vorne. Am Ende fehlte nur wenig zum Titel. Dafür durfte er sich über Silber und die Deutsche Vizemeisterschaft freuen.
Für Warberg war es die erste Silbermedaille bei einer Deutschen Meisterschaft seit Leon Warnstädt im Jahr 2017.
Der Jubel bei den mitgereisten Familien, Trainern und Vereinsmitgliedern war entsprechend groß.
Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass Tom nur wenige Stunden später wieder auf dem Podest stehen würde.
Im Luftpistole Standard gelang ihm erneut ein herausragender Wettkampf. Wieder Silber. Wieder Deutscher Vizemeister.
Innerhalb weniger Stunden hatte Tom Osterburg damit zwei DM-Medaillen für Warberg gewonnen.
Ein solcher Tag hätte eigentlich gereicht.
Aber er war noch nicht vorbei.
Antonia Steigmann schießt Niedersachsen ins Shooty-Cup-Finale
Am Abend verlagerte sich die Aufmerksamkeit in die bis auf den letzten Stehplatz gefüllte Luftdruckhalle. Dort stand mit dem Shooty Cup einer der prestigeträchtigsten Nachwuchswettbewerbe der Deutschen Meisterschaft auf dem Programm.
Für Niedersachsen hatte sich Antonia Steigmann als eine von vier Nachwuchsschützen qualifiziert.
Die Atmosphäre in der Halle unterschied sich deutlich vom klassischen Meisterschaftswettkampf. Die Halle war bis auf den allerletzten Stehplatz gefüllt, es gab lautstarke Unterstützung und anschließend einige der bekanntesten Namen des deutschen Schießsports auf dem Stand. Die Stimmung war so laut und beeindruckend, dass sie dem inzwischen angereisten DM-Debutanten Bogdan Jevric die halb entsetzte Frage abrang, ob das morgen – also bei seinem eigenen Wettkampf – genauso ablaufen würde.
Antonia ließ sich davon hingegen nicht beeindrucken.
Mit starken 196 Ringen leistete sie einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Niedersachsen als Viertplatzierter in das große Finale einzog.
Dort übernahmen mit Doreen Vennekamp und David Koenders die zugelosten Spitzenschützen. Im Shoot-out traf das niedersächsische Team unter anderem auf Größen wie Christian Reitz, Weltmeister Maximilian Dallinger und Sarah Tauermann.
Am Ende blieb es bei Platz vier.
Für Antonia und das niedersächsische Team war das ein Ergebnis, auf das sie angesichts dieser Konkurrenz mit Recht stolz sein können.
Der erste Tag des zweiten Wochenendes endete damit mit zwei Warberger Silbermedaillen und einem vierten Platz beim Shooty Cup.
Und am Freitag sollte es noch besser kommen.
Sieben Starts an einem Tag
Der Freitag war der große Warberger Wettkampftag. Gleich sieben Starts standen auf dem Programm.
Dabei feierte Bogdan Jevric im LG 3x20 seine Premiere auf der Deutschen Meisterschaft. Mit 550 Ringen und Platz 45 gelang ihm ein sehr solides Debüt.
Ganz weit nach vorne schoss sich Antonia Steigmann. Mit 586 Ringen erreichte sie im LG 3x20 einen hervorragenden sechsten Platz und bestätigte damit erneut, dass sie auch auf Bundesebene zur Spitze ihres Jahrgangs gehört.
Auch Bennett Warnstädt mischte vorne mit. Im KK-Liegendkampf schoss er sich mit 597,8 Ringen auf Platz acht. Zuvor hatte er im KK 3x20 bereits Rang 35 erreicht.
Tamino Warnstädt kämpfte sich mit 577 Ringen auf Platz 19 im LG 3x20 und damit unter die besten 20 Deutschlands.
Finnja Steigmann erreichte im KK 3x20 Platz 96.
Viele starke Ergebnisse also.
Doch der Wettkampf, über den anschließend alle sprachen, sollte erst noch kommen.
Langes Warten auf den Deutschen Meistertitel
Tom Osterburg trat in seiner Paradedisziplin Luftpistole 20 an.
Und wieder lieferte er.
Mit 186 Ringen schoss er sich erneut auf Platz zwei. Nur ein kleiner Abstand trennte ihn vom deutschen Meistertitel im Einzel.
Die dritte Silbermedaille im dritten Wettkampf war damit perfekt.
Doch diesmal war sein eigenes Ergebnis nur ein Teil der Geschichte.
Denn Tom startete in dieser Disziplin gemeinsam mit Jenke Dockhorn und Samuel May für die Braunschweiger SG in der Mannschaftswertung.
Tom und Jenke hatten ihre Wettkämpfe bereits im ersten Durchgang absolviert. Danach begann das Warten, denn Samuel May startete erst im zweiten Durchgang. Währenddessen blieb für die Warberger und Braunschweiger am Rand nur der Blick auf die Ergebnisse und die Frage, ob die Mannschaftsleistung tatsächlich für ganz oben reichen würde.
Sie reichte.
Als das Ergebnis feststand, brach der Jubel los:
Deutscher Mannschaftsmeister.
Für Tom bedeutete das nach zwei Silbermedaillen am Vortag und seiner dritten Silbermedaille wenige Minuten zuvor den größten Erfolg seiner bisherigen sportlichen Laufbahn.
Für den Schützenverein Warberg war es zugleich ein historischer Moment.
Seit Berit Füllner im Jahr 2000 hatte kein Warberger Schütze mehr einen Deutschen Meistertitel gewonnen. Nach Ulf Gronde und Berit Füllner ist Tom Osterburg damit erst der dritte Warberger Deutsche Meister überhaupt.
Aus einem ohnehin schon außergewöhnlichen DM-Wochenende war endgültig ein historisches geworden.
Antonia schnuppert an der nächsten Medaille
Auch am Samstag waren die Warberger Schützen wieder zahlreich auf den Ständen vertreten.
Für Fiona Jelenowska wurde es ein besonderer Tag: Im LG 20 absolvierte sie ihren ersten Wettkampf bei einer Deutschen Meisterschaft. Mit Platz 191 sammelte sie ihre ersten wertvollen Erfahrungen auf der größten nationalen Bühne des deutschen Sportschießens und war anschließend auch zufrieden mit sich. Eine äußerst gesunde Einstellung, wenn man bedenkt, dass allein eine Qualifikation für Deutsche Meisterschaft schon eine beeindruckende Leistung ist und die Teilnehmer die Elite des nationalen Schießsports bilden.
Besonders spannend wurde es dann erneut bei Antonia Steigmann.
Trotz Nervosität lag sie im LG 20 vor dem letzten Durchgang auf einem starken dritten Platz. Bronze war plötzlich zum Greifen nah.
Dann begann das Rechnen und Beobachten.
Mit zunehmendem Verlauf des letzten Durchgangs zeigte sich allerdings, dass andere Schützinnen noch vorbeiziehen würden. Die Medaille blieb aus.
Was blieb, war trotzdem ein herausragendes Ergebnis: Platz fünf unter mehr als 200 Teilnehmerinnen.
Auch die weiteren Warberger sammelten weitere starke DM-Platzierungen. Bennett Warnstädt erreichte im LG 3x20 Platz 30, sein Bruder Tamino belegte nach einem langen und harten Kampf im LG 20 Rang 43, Bogdan Jevric kam dort auf Platz 66 und Finnja Steigmann im LG 3x20 auf Rang 83.
Damit näherte sich eine lange Deutsche Meisterschaft langsam ihrem Ende.
Noch einmal alles geben
Am letzten Wettkampftag waren schließlich Bennett Warnstädt und Finnja Steigmann im LG 40 gefragt.
Nach mehreren Tagen auf den Schießständen war die Belastung inzwischen allen anzumerken. Auch bei Trainern, Betreuern und Familien hatten die langen Wettkampftage ihre Spuren hinterlassen.
Bennett ließ sich davon wenig beeindrucken. Mit 401,9 Ringen arbeitete er sich auf einen starken 22. Platz vor.
Finnja beendete ihre Deutsche Meisterschaft mit 396,6 Ringen und Platz 173.
Damit fiel für die Warberger Delegation der letzte Schuss einer Deutschen Meisterschaft, die sportlich kaum erfolgreicher hätte verlaufen können.
Eine DM, die bleiben wird
Zehn qualifizierte Nachwuchsschützen, zahlreiche Platzierungen weit vorne im Feld, zwei DM-Debüts, ein vierter Platz beim Shooty Cup, drei Silbermedaillen und ein Deutscher Meistertitel.
Hinter diesen Zahlen steckt viel Arbeit.
Denn wer eine Deutsche Meisterschaft live erlebt, sieht auch die Stunden vor dem Wettkampf, die Anspannung am Stand, das Warten auf Ergebnisse, enttäuschte Gesichter und Tränen nach schlechten Schüssen und den Jubel, wenn sich jahrelanges Training plötzlich in einer Medaille auszahlt.
Unsere Schützinnen und Schützen haben in München gezeigt, dass sie auf der größten nationalen Bühne mithalten können.
Und einer von ihnen kehrt sogar als Deutscher Meister nach Warberg zurück.
Herzlichen Glückwunsch an alle Starterinnen und Starter zu dieser Deutschen Meisterschaft. Wir sind unheimlich stolz auf euch!
Vier Medaillen, ein Deutscher Meistertitel und zehn Warberger bei der DM
Es hätte das Bild des Turniers werden können: Tom Osterburg beißt triumphierend auf seine zwei Silbermedaillen, er ist frischgebackener, zweimaliger Deutscher Vizemeister. Es sollte anders kommen. Denn nur einen Tag später holt er nicht nur seine dritte Silbermedaille im dritten Wettkampf, sondern wird mit der Mannschaft der Braunschweiger SG auch noch sensationell Deutscher Meister – als erster Warberger seit Berit Füllner im Jahr 2000 und nach ihr und Ulf Gronde erst als dritter Warberger überhaupt.
Doch der Reihe nach.
Mit zehn qualifizierten Nachwuchsschützen machten wir uns in diesem Jahr auf den Weg zur Deutschen Meisterschaft nach München. Und die Hoffnungen waren durchaus vorhanden. Zahlreiche Landesmeistertitel, hervorragende Ergebnisse und neue Landesrekorde hatten in den Monaten zuvor gezeigt, welches Niveau unsere Jugendlichen mittlerweile erreicht haben.
Eine Deutsche Meisterschaft schreibt allerdings ihre eigenen Geschichten. Zwischen einem starken Ergebnis und einer Medaille liegen manchmal nur wenige Ringe. Und manchmal wird aus einer ohnehin schon erfolgreichen Woche plötzlich eine, die im Verein noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Solider Auftakt durch unsere Junioren
Den Anfang machten am ersten Wochenende die Junioren. Für Warberg gingen Moritz Barth in der 25-Meter-Schnellfeuerpistole, Leon Herlemann mit dem Luftgewehr sowie Cheyenne Engelken im KK-Liegendkampf und ebenfalls mit dem Luftgewehr an den Start.
Alle drei fanden trotz heftigem Regenwetter ordentlich in die Deutsche Meisterschaft.
Moritz Barth belegte mit der Schnellfeuerpistole einen starken 13. Platz, Leon Herlemann erreichte mit dem Luftgewehr Rang 34 und Cheyenne Engelken landete nach schwerem Kampf in strömendem Regen im KK liegend auf Platz 52.
Damit stand nach den ersten Wettkämpfen ein solider Auftakt zu Buche.
Und auch abseits der Schießstände kam der Spaß nicht zu kurz. Insbesondere Familie Barth war vollzählig mit nach München gereist und sorgte gemeinsam mit dem Warberger Tross dafür, dass zwischen Training, Wettkampf und Ergebnislisten auch genügend Zeit für einige sehr unterhaltsame Momente blieb.
Zwei Wettkämpfe, zwei Silbermedaillen
Am Donnerstag begann das zweite DM-Wochenende für Warberg mit einem Ergebnis, das bereits für sich genommen außergewöhnlich gewesen wäre. Tom Osterburg trat im Luftpistole Mehrkampf an und schoss sich bis ganz nach vorne. Am Ende fehlte nur wenig zum Titel. Dafür durfte er sich über Silber und die Deutsche Vizemeisterschaft freuen. Für Warberg war es die erste Silbermedaille bei einer Deutschen Meisterschaft seit Leon Warnstädt im Jahr 2017.
Der Jubel bei den mitgereisten Familien, Trainern und Vereinsmitgliedern war entsprechend groß.
Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass Tom nur wenige Stunden später wieder auf dem Podest stehen würde. Im Luftpistole Standard gelang ihm erneut ein herausragender Wettkampf. Wieder Silber. Wieder Deutscher Vizemeister. Innerhalb weniger Stunden hatte Tom Osterburg damit zwei DM-Medaillen für Warberg gewonnen.
Ein solcher Tag hätte eigentlich gereicht.
Aber er war noch nicht vorbei.

Antonia Steigmann schießt Niedersachsen ins Shooty-Cup-Finale
Am Abend verlagerte sich die Aufmerksamkeit in die bis auf den letzten Stehplatz gefüllte Luftdruckhalle. Dort stand mit dem Shooty Cup einer der prestigeträchtigsten Nachwuchswettbewerbe der Deutschen Meisterschaft auf dem Programm.
Für Niedersachsen hatte sich Antonia Steigmann als eine von vier Nachwuchsschützen qualifiziert.
Die Atmosphäre in der Halle unterschied sich deutlich vom klassischen Meisterschaftswettkampf. Die Halle war bis auf den allerletzten Stehplatz gefüllt, es gab lautstarke Unterstützung und anschließend einige der bekanntesten Namen des deutschen Schießsports auf dem Stand. Die Stimmung war so laut und beeindruckend, dass sie dem inzwischen angereisten DM-Debutanten Bogdan Jevric die halb entsetzte Frage abrang, ob das morgen – also bei seinem eigenen Wettkampf – genauso ablaufen würde.
Antonia ließ sich davon hingegen nicht beeindrucken. Mit starken 196 Ringen leistete sie einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Niedersachsen als Viertplatzierter in das große Finale einzog.
Dort übernahmen mit Doreen Vennekamp und David Koenders die zugelosten Spitzenschützen. Im Shoot-out traf das niedersächsische Team unter anderem auf Größen wie Christian Reitz, Weltmeister Maximilian Dallinger und Sarah Tauermann. Am Ende blieb es bei Platz vier. Für Antonia und das niedersächsische Team war das ein Ergebnis, auf das sie angesichts dieser Konkurrenz mit Recht stolz sein können.
Der erste Tag des zweiten Wochenendes endete damit mit zwei Warberger Silbermedaillen und einem vierten Platz beim Shooty Cup. Und am Freitag sollte es noch besser kommen.

Sieben Starts an einem Tag
Der Freitag war der große Warberger Wettkampftag. Gleich sieben Starts standen auf dem Programm. Dabei feierte Bogdan Jevric im LG 3x20 seine Premiere auf der Deutschen Meisterschaft. Mit 550 Ringen und Platz 45 gelang ihm ein sehr solides Debüt.
Ganz weit nach vorne schoss sich Antonia Steigmann. Mit 586 Ringen erreichte sie im LG 3x20 einen hervorragenden sechsten Platz und bestätigte damit erneut, dass sie auch auf Bundesebene zur Spitze ihres Jahrgangs gehört. Auch Bennett Warnstädt mischte vorne mit. Im KK-Liegendkampf schoss er sich mit 597,8 Ringen auf Platz acht. Zuvor hatte er im KK 3x20 bereits Rang 35 erreicht. Tamino Warnstädt kämpfte sich mit 577 Ringen auf Platz 19 im LG 3x20 und damit unter die besten 20 Deutschlands.
Finnja Steigmann erreichte im KK 3x20 Platz 96.
Viele starke Ergebnisse also. Doch der Wettkampf, über den anschließend alle sprachen, sollte erst noch kommen.
Langes Warten auf den Deutschen Meistertitel
Tom Osterburg trat in seiner Paradedisziplin Luftpistole 20 an. Und wieder lieferte er.
Mit 186 Ringen schoss er sich erneut auf Platz zwei. Nur ein kleiner Abstand trennte ihn vom deutschen Meistertitel im Einzel. Die dritte Silbermedaille im dritten Wettkampf war damit perfekt. Doch diesmal war sein eigenes Ergebnis nur ein Teil der Geschichte.
Denn Tom startete in dieser Disziplin gemeinsam mit Jenke Dockhorn und Samuel May für die Braunschweiger SG in der Mannschaftswertung. Tom und Jenke hatten ihre Wettkämpfe bereits im ersten Durchgang absolviert. Danach begann das Warten, denn Samuel May startete erst im zweiten Durchgang. Währenddessen blieb für die Warberger und Braunschweiger am Rand nur der Blick auf die Ergebnisse und die Frage, ob die Mannschaftsleistung tatsächlich für ganz oben reichen würde.
Sie reichte. Als das Ergebnis feststand, brach der Jubel los: Deutscher Mannschaftsmeister.
Für Tom bedeutete das nach zwei Silbermedaillen am Vortag und seiner dritten Silbermedaille wenige Minuten zuvor den größten Erfolg seiner bisherigen sportlichen Laufbahn. Für den Schützenverein Warberg war es zugleich ein historischer Moment.
Seit Berit Füllner im Jahr 2000 hatte kein Warberger Schütze mehr einen Deutschen Meistertitel gewonnen. Nach Ulf Gronde und Berit Füllner ist Tom Osterburg damit erst der dritte Warberger Deutsche Meister überhaupt.
Aus einem ohnehin schon außergewöhnlichen DM-Wochenende war endgültig ein historisches geworden.

Fiona debüttiert und Antonia schnuppert an der nächsten Medaille
Auch am Samstag waren die Warberger Schützen wieder zahlreich auf den Ständen vertreten.
Für Fiona Jelenowska wurde es ein besonderer Tag: Im LG 20 absolvierte sie ihren ersten Wettkampf bei einer Deutschen Meisterschaft. Mit Platz 191 sammelte sie ihre ersten wertvollen Erfahrungen auf der größten nationalen Bühne des deutschen Sportschießens und war anschließend auch zufrieden mit sich. Eine äußerst gesunde Einstellung, wenn man bedenkt, dass allein eine Qualifikation für Deutsche Meisterschaft schon eine beeindruckende Leistung ist und die Teilnehmer die Elite des nationalen Schießsports bilden.
Besonders spannend wurde es dann erneut bei Antonia Steigmann. Trotz Nervosität lag sie im LG 20 vor dem letzten Durchgang auf einem starken dritten Platz. Bronze war plötzlich zum Greifen nah. Dann begann das Rechnen und Beobachten. Mit zunehmendem Verlauf des letzten Durchgangs zeigte sich allerdings, dass andere Schützinnen noch vorbeiziehen würden. Die Medaille blieb aus.
Was blieb, war trotzdem ein herausragendes Ergebnis: Platz fünf unter mehr als 200 Teilnehmerinnen.
Auch die weiteren Warberger sammelten weitere starke DM-Platzierungen. Bennett Warnstädt erreichte im LG 3x20 Platz 30, sein Bruder Tamino belegte nach einem langen und harten Kampf im LG 20 Rang 43, Bogdan Jevric kam dort auf Platz 66 und Finnja Steigmann im LG 3x20 auf Rang 83.
Damit näherte sich eine lange Deutsche Meisterschaft langsam ihrem Ende.
Noch einmal alles geben
Am letzten Wettkampftag waren schließlich Bennett Warnstädt und Finnja Steigmann im LG 40 gefragt. Nach mehreren Tagen auf den Schießständen war die Belastung inzwischen allen anzumerken. Auch bei Trainern, Betreuern und Familien hatten die langen Wettkampftage ihre Spuren hinterlassen. Bennett ließ sich davon wenig beeindrucken. Mit 401,9 Ringen arbeitete er sich auf einen starken 22. Platz vor. Finnja beendete ihre Deutsche Meisterschaft mit 396,6 Ringen und Platz 173.
Damit fiel für die Warberger Delegation der letzte Schuss einer Deutschen Meisterschaft, die sportlich kaum erfolgreicher hätte verlaufen können.
Eine DM, die bleiben wird
Zehn qualifizierte Nachwuchsschützen, zahlreiche Platzierungen weit vorne im Feld, zwei DM-Debüts, ein vierter Platz beim Shooty Cup, drei Silbermedaillen und ein Deutscher Meistertitel. Hinter diesen Zahlen steckt viel Arbeit.
Denn wer eine Deutsche Meisterschaft live erlebt, sieht auch die Stunden vor dem Wettkampf, die Anspannung am Stand, das Warten auf Ergebnisse, enttäuschte Gesichter und Tränen nach schlechten Schüssen und den Jubel, wenn sich jahrelanges Training plötzlich in einer Medaille auszahlt. Unsere Schützinnen und Schützen haben in München gezeigt, dass sie auf der größten nationalen Bühne mithalten können.
Und einer von ihnen kehrt sogar als Deutscher Meister nach Warberg zurück.
Herzlichen Glückwunsch an alle Starterinnen und Starter zu dieser Deutschen Meisterschaft. Wir sind unheimlich stolz auf euch!







